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WDR - 8.11.2017 - 22:10 Uhr

Die geheimen Machenschaften der Ölindustrie

Wie Konzerne den Klimawandel vertuschen

Ein Film von Johan von Mirbach

„Der Klimawandel war damals ein Riesending,“ sagt Geophysiker Edward Garvey der von 1978 – 1983 für Exxon arbeitete. „Exxon forschte in alle Richtungen, CO2-Ausstoß, Sturmentwicklung, Permafrostschmelzen. Und dann, von heute auf morgen, wurden alle Forschungsprogramme eingestellt. Das ist so frustrierend. Wir hätten schon vor 30 Jahren etwas gegen den Klimawandel tun können!“

Stattdessen taten die Firmen genau das Gegenteil: Sie beauftragten Gegenstudien, die über Lobbygruppen weit verbreitet wurden. „Sie finanzierten bewusst Studien um die eigenen Ergebnisse zu diskreditieren, versuchten den Klimawandel über Sonnenflecken zu erklären oder ganz zu leugnen. Sie betonten Statistikfehler und Unsicherheiten in der Forschung. So arbeiten Klimawandelleugner noch heute. Für mich ist das der größte Skandal der Menschheitsgeschichte,“ erklärt Carroll Muffett, Vorsitzender des Center for International Environmental Law in Washington, einer NGO, die sich mit Umweltrecht befasst.

Mittlerweile haben zwei Staatsanwaltschaften und mehrere Counties in den USA Ermittlungen aufgenommen gegen Exxon und andere Ölfirmen - wegen gezielter Irreführung der Öffentlichkeit beim Thema Klimawandel. Werden die falschen Argumente der Klimawandelleugner auch in Deutschland benutzt? Werden selbst hier zweifelhafte Studien veröffentlicht? Die Dokumentation geht auch diesen Fragen nach.

 

Kamera: Till Vielrose

Ton: Moritz Herberg

Schnitt: Rainer Nigrelli

Sprecher: Michael-Che Koch

Redaktion: Gudrun Wolters (WDR)